Archiv der Kategorie: Nachrichten

Modeerscheinung Selbstverletzung?

Ist Autoaggression nur Ausdruck einer individuellen psychischen Erkrankung, oder spielen auch gesellschaftliche Faktoren eine Rolle? Die Frankfurter Rundschau nimmt sich des Themas an und versucht auch, ein altes Klischee zu relativieren.

„Wer sich ritzt, will doch nur Aufmerksamkeit“ – das ist die Schablone, in die Menschen, die sich mutwillig selbst verletzen, passen sollen. Ein Satz, der relativiert, abschwächt, herunterspielt. „Stell dich nicht so an, spiel dich nicht so auf, reiß dich mal zusammen.“ Und obgleich der Satz Betroffenen herabwürdigend den Ernst ihrer Lage absprechen soll, ein Klischee ist das mit der Aufmerksamkeit nicht. „Das Problem ist nicht das Zitat selbst, sondern die negative Wertung dessen, dass der Betroffene Aufmerksamkeit sucht“, sagt Anja Link. Man müsse sich doch überlegen, warum ein Mensch diesen schmerzhaften Weg wählen muss, um gehört zu werden. Meist schneiden sie sich mit unterschiedlichen Werkzeugen, verbrennen sich mit Zigarette oder Bügeleisen, schlagen sich selbst, reißen sich die Haare aus. Es gibt viele Formen der Gewalt gegen sich selbst.“

Zum gesamten Artikel geht es hier entlang.

DBT Family Skills in Darmstadt

Das Darmstädter DBT-Netzwerk bietet einen 8-wöchigen Kurs in DBT Family Skills an. Achtung: Der erste Termin ist schon am 10. November!

Kurzentschlossene finden hier alle Informationen zum Download.

Falls Sie Interesse an einem Kurs in Frankfurt im kommenden Jahr haben, tragen Sie sich bitte hier auf unsere Interessentenliste ein.

Suizid in der Stadt

Die FAZ berichtet in einem großen Artikel von der Tagung der Frankfuter Gesellschaft für Suizidprävention:

„In der Metropole Frankfurt liegt die Suizidrate mit 12 bis 13 Fällen im Jahr je 100 000 Einwohner etwas höher als anderswo, berichtet [Andreas] Reif, [Direktor der Psychiatrie an der Universitätsklinik Frankfurt] . Allerdings kommt nur ein Drittel der 90 Menschen, die sich im Jahr hier das Leben nehmen, auch aus der Stadt. Die Zahl der Suizide auf 60 im Jahr zu senken ist Ziel des Präventionsprojekts Frappe, an dem unter Federführung der Universitätsmedizin Rechtsmediziner, Allgemeinmediziner, alle psychiatrischen Kliniken der Stadt und das Gesundheitsamt beteiligt sind. Suizid sei ein Krankheitssymptom von Stimmungs- und Suchterkrankungen sowie Psychosen, erklärt Reif. Depressionen seien der höchste Risikofaktor. Deshalb könne man mit guter Behandlung viele Tode verhindern.“

Den ganzen Artikel können Sie hier lesen.

Geliebter Tornado

Autorin Mirna Funk schildert in einem Beitrag für die Zeitschrift „Einfach sein“ sehr eindrücklich, was es bedeutet, mit einem Borderline-Betroffenen zusammenzusein.

„Wie in einem Hamsterrad fühlt sich das Leben mit meinem geliebten Tornado an. Am Anfang hatte ich noch das Gefühl, dass sein Leben reines Chaos ist und dass ich in dieses Chaos nicht hineingezogen werden will, aber mittlerweile habe ich begriffen, dass es eigentlich ein sehr schlaues System ist, das nur chaotisch wirkt. Das Chaos tritt ja wohlgeordnet in Erscheinung. Und jetzt, nach all den Jahren, schaue ich nur noch dem System dabei zu, wie es so tut, als sei es unberechenbar, obwohl genau das Gegenteil zutrifft, es ist so schrecklich berechenbar, dass man daran eigentlich zugrunde geht.“

Den ganzen Artikel gibt es hier zum Download.

Falls Sie als Angehörige Interesse an einem DBT Family Skills-Kurs haben, tragen Sie sich bitte unverbindlich in unsere Interessentenliste ein!