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Radio-Beitragsreihe: Verrückt

„Jeder dritte Patient, der schon einmal in einer psychiatrischen Klinik war, kommt nach der Entlassung wieder. Gleichzeitig konkurriert ein Heer von Klinikpsychiatern, Psychotherapeuten, Sozialpsychiatern und niedergelassen Ärzten um die Behandlung der Betroffenen. Doch wann ist jemand überhaupt psychisch krank? Was taugen die Kriterien, mit denen psychisch Kranke von „normalen“ Menschen unterschieden werden? Wie exakt sind die Diagnosen und was können sie bei dem Einzelnen anrichten? Fest steht, die Güte der Versorgung der Patienten und ihre Integration ins Alltags- und Arbeitsleben ist verbesserungswürdig. Martin Hubert untersucht die herrschenden Trends der Diagnostik und geht den Verrücktheiten nach, die sich das System der Psychiatrie immer noch leistet.“

Eine vierteilige Beitragsreihe von WDR 5 (insgesamt fast zwei Stunden). Alle Beiträge können hier abgerufen werden.

Passend dazu:
„EX-IT“ ist ein neues Projekt des Bundesverbands Psychiatrie-Erfahrener (BPE) e.V., das zur Stärkung der Selbsthilfe und zur Verringerung von Drehtür-Psychiatrieaufenthalten beitragen soll.

»Die hilfreichste Hand hängt an Deinem eigenen Arm!«

Zudröhnen oder Ausschleichen? Die neuen Pfade der Psychiatrie

„Pharmafirmen versprachen psychische Krankheiten mit Medikamenten zu heilen – und sind gescheitert. Jetzt steigen sie aus der Forschung aus. Studien zeigen: frühzeitiges Ausschleichen der Psychopharmaka hilft Patienten besser, als sie langfristig einzunehmen. Die Psychiatrie auf neuen Wegen?“

Ein langes Feature von WDR5 zum Thema Psychopharmaka. Auch wenn es überwiegend um Antipsychotika geht, sind die grundlegenden Informationen zur Entwicklung der Medikamentenindustrie und der alternativen Behandlungsmöglichkeiten auch für andere Betroffene interessant.

Das ganze Feature (auch zum Download) gibt es hier.

Einige der Protagonisten:

Joanna Moncrieff, Autorin von „The Bitterest Pills: The Troubling Story of Antipsychotic Drugs“ und anderen

Jann Schlimme, Autor von „Die abklingende Psychose“

ADHS und Borderline

Ein Artikel bei doccheck.com beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von ADHS und psychischen Erkrankungen, unter anderem Borderline:

„Für das Auftreten von BPS als auch von ADHS werde eine multifaktorielle Ätiopathogenese angenommen, sagt (Alexandra) Lam, (Ärztin an der Uniklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Oldenburg): „Das bedeutet, dass bei beiden Erkrankungen eine Vielzahl von Faktoren eine Rolle spielen. Hierzu zählen sowohl erbliche als auch umweltbedingte Einflüsse.“ Umweltbedingungen würden als wichtiger Risikofaktor für die Entwicklung von Persönlichkeitsstörungen betrachtet, so die Ärztin weiter. So könne, wenn zum Beispiel der Umgang mit einem Kind traumatisierend und auch die sonstigen Bedingungen im Leben des Kindes ungünstig seien, die Pathogenese einer BPS getriggert werden.

„Zudem deuten Ergebnisse aus Studien an, dass eine schwere ADHS in der Kindheit die Vulnerabilität für die Entwicklung einer BPS erhöhen könnte“, erklärt Lam.“

Zum ganzen Artikel bitte hier entlang.